RATGEBER

Einbruchschutz für Haus und Wohnung: was in der Schweiz wirklich hilft

Weisses Bedienteil einer Alarmanlage auf Schulterhoehe im Eingangsbereich eines modernen Wohnhauses

Guter Einbruchschutz beginnt nicht mit der teuersten Technik. Er beginnt mit der Frage, wie lange jemand braucht, um in Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu kommen, und ob er dabei bemerkt wird. Wer beides gut löst, ist für die meisten Einbrecher uninteressant. Dieser Ratgeber zeigt, welche Massnahmen in der Schweiz wirklich etwas bringen und in welcher Reihenfolge Sie sie angehen.

Wie Einbrecher vorgehen

Die meisten Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser sind keine geplanten Profiaktionen. Typisch ist der Gelegenheitstäter: Er sucht ein Objekt, das leer wirkt, und einen Zugang, der sich in wenigen Minuten aufhebeln lässt. Meistens ist das eine Terrassentür, ein Fenster im Erdgeschoss oder eine Kellertür. Die Haustür kommt seltener dran, weil man dort eher gesehen wird.

Daraus folgen zwei Grundsätze. Erstens: Jede Minute Widerstand zählt, denn wer nicht schnell reinkommt, gibt meist auf. Zweitens: Wer entdeckt wird, bleibt nicht. Licht, Lärm und ein Alarm aufs Handy wirken genau an dieser Stelle.

Türen und Schlösser

Ein Schloss ist nur so gut wie die Tür, in der es sitzt. Achten Sie darauf, dass der Schliesszylinder nicht mehr als ein paar Millimeter über den Beschlag hinausragt. Steht er weit vor, lässt er sich abbrechen. Ein Schutzbeschlag aussen verhindert das. Bei Mehrfamilienhäusern lohnt sich ein Blick auf die Wohnungstür: Viele ältere Türen haben nur eine einfache Falle und lassen sich mit wenig Kraft aufdrücken. Eine Mehrfachverriegelung oder ein Zusatzschloss schafft hier spürbar mehr Widerstand.

Wer Schlüssel ganz loswerden will, kann auf einen Schliesszylinder mit Fingerabdruck umstellen. Das ersetzt keinen mechanischen Schutz, verhindert aber verlorene oder nachgemachte Schlüssel. Für Firmen mit vielen Personen gibt es eigene Lösungen in der Zutrittskontrolle.

Fenster und Terrassentüren

Hier liegt bei den meisten Häusern die grösste Schwachstelle. Ein normales Fenster mit Drehkippbeschlag lässt sich mit einem Schraubenzieher oft in Sekunden aufhebeln. Abhilfe schaffen abschliessbare Fenstergriffe, Pilzkopfverriegelungen im Beschlag oder nachrüstbare Zusatzsicherungen auf der Griffseite und der Bandseite. Diese Arbeit macht am besten ein Fensterbauer oder Schreiner.

Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher ein offenes Fenster. Das gilt auch, wenn Sie nur kurz einkaufen gehen. Lichtschächte und Kellerfenster sollten mit einem Gitter gesichert sein, das sich von aussen nicht abheben lässt.

Alarmanlage: melden, bevor etwas weg ist

Mechanik bremst. Eine Alarmanlage sorgt dafür, dass jemand davon erfährt. Moderne Funk-Alarmanlagen lassen sich ohne Kabelverlegen montieren und melden einen Alarm direkt aufs Handy. Sinnvoll ist die Kombination aus Magnetkontakten an Türen und Fenstern, die schon beim Öffnen auslösen, und Bewegungsmeldern im Innern. Dazu kommt eine Innensirene, die den Täter verunsichert, und bei Bedarf eine Aussensirene, die auch die Nachbarn alarmiert.

Wichtig ist, dass Sie die Anlage auch scharf schalten, wenn Sie nur für ein paar Stunden weg sind. Mit der App geht das in Sekunden. Tierfreundliche Bewegungsmelder verhindern Fehlalarme durch Katze oder Hund.

Welche Anlage zu welchem Haus passt und was sie kostet, erklären wir ausführlich im Ratgeber Alarmanlage Schweiz. Fertige Pakete finden Sie bei den Alarmanlagen-Sets.

Kameras: abschrecken und nachweisen

Eine sichtbare Kamera am Eingang hält viele Gelegenheitstäter ab, weil niemand gern gefilmt wird. Kommt es trotzdem zu einem Einbruch, liefert die Aufnahme der Polizei und der Versicherung wertvolle Hinweise. Am meisten bringt eine Kamera, die bei Bewegung sofort eine Nachricht mit Bild schickt. So sehen Sie in Sekunden, ob es der Pöstler ist oder jemand ums Haus schleicht.

In der Schweiz dürfen Sie Ihr eigenes Grundstück filmen. Öffentlicher Grund, die Strasse oder das Nachbargrundstück gehören nicht ins Bild. Weisen Sie mit einem Schild auf die Videoüberwachung hin. Passende Geräte finden Sie bei den Überwachungskameras, von der einzelnen WLAN-Kamera bis zum Set mit Rekorder.

Nebelgerät für Geschäft und Lager

Für Ladenlokale, Werkstätten und Lager gibt es einen Schutz, der direkt im Moment des Einbruchs wirkt. Ein Nebelgerät füllt den Raum bei Alarm innert Sekunden mit dichtem, harmlosem Nebel. Der Täter sieht nichts mehr und kann nichts mitnehmen. Ein Nebelgerät arbeitet immer zusammen mit einer Alarmanlage. Wie das an der Hikvision AX Pro funktioniert, steht im Beitrag Nebelgerät mit Alarmanlage, die Geräte selbst finden Sie unter Nebelgeräte.

Ferien und Alltag

Ein Haus, das bewohnt aussieht, ist weniger attraktiv. Zeitschaltuhren oder smarte Lampen schalten am Abend das Licht ein. Bitten Sie die Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, und posten Sie Ferienfotos lieber erst nach der Rückkehr. Leitern, Gartenmöbel und Werkzeug gehören weg, wenn sie als Kletterhilfe zu einem Balkon oder Fenster taugen. Ein Bewegungsmelder mit Licht an der Hausecke kostet wenig und nimmt dem Täter die Dunkelheit.

Viele Kantonspolizeien bieten eine kostenlose Sicherheitsberatung bei Ihnen zu Hause an. Das lohnt sich vor allem, wenn Sie in Fenster und Türen investieren wollen.

Womit anfangen?

Gehen Sie einmal ums Haus und schauen Sie es mit den Augen eines Einbrechers an. Wo käme man ungesehen hin? Welche Tür oder welches Fenster wäre am schnellsten offen? Dort setzen Sie zuerst an, mit besserer Mechanik. Danach folgt die Alarmanlage mit Kontakten an genau diesen Stellen, und zuletzt die Kamera am Eingang und an der Rückseite.

Wenn Sie unsicher sind, was bei Ihnen sinnvoll ist, beraten wir Sie gern. Im Showroom in Winterthur können Sie Alarmanlagen, Kameras und Nebelgeräte selbst ausprobieren. Telefonisch erreichen Sie uns unter 052 525 89 88.

Häufige Fragen

Was ist der wirksamste Einbruchschutz?

Die Kombination aus guter Mechanik an Fenstern und Türen und einer Alarmanlage, die sofort meldet. Mechanik allein hält auf, meldet aber nichts. Eine Alarmanlage allein meldet, hält aber nicht auf.

Reicht eine Kamera als Einbruchschutz?

Eine Kamera schreckt ab und liefert Beweise. Sie verhindert aber nicht, dass jemand ein Fenster aufhebelt. Am besten wirkt sie zusammen mit einer Alarmanlage.

Kann ich eine Alarmanlage in einer Mietwohnung montieren?

Ja. Funk-Alarmanlagen werden geklebt oder mit wenigen Schrauben befestigt und lassen sich beim Auszug wieder mitnehmen. Für Bohrungen an Fenstern oder der Wohnungstür fragen Sie vorher die Verwaltung.

Darf ich mit einer Kamera den Eingang filmen?

Den eigenen Eingang und das eigene Grundstück ja. Gehört der Eingang mehreren Parteien, etwa im Mehrfamilienhaus, braucht es die Zustimmung der Miteigentümer oder der Verwaltung.