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KNX Integration mit Hikvision Türsprechanlage – Praxis-Guide & Testaufbau

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Ja, KNX lässt sich mit Hikvision Türsprechanlagen verbinden – und so funktioniert’s

Wir werden oft gefragt: „Kann ich meine Hikvision Video-Türsprechanlage in mein KNX Smart Home einbinden?“ Die kurze Antwort: Ja, das ist möglich. Und in diesem Beitrag zeigen wir euch ganz einfach, wie das geht und welche Komponenten ihr dafür braucht.

Warum KNX und Hikvision kombinieren?

KNX ist der weltweit führende Standard für intelligente Gebäudeautomation. Hikvision ist einer der bekanntesten Hersteller für IP-basierte Video-Türsprechanlagen. Wenn ihr beides kombiniert, könnt ihr zum Beispiel:

  • Licht einschalten, sobald jemand an der Tür klingelt
  • Den Türöffner über KNX-Taster im ganzen Haus betätigen
  • Szenen auslösen – z.B. Aussenlicht an + Kamerabild auf dem Monitor
  • Status-Rückmeldungen auf KNX-Displays anzeigen

Das Beste: Die Hikvision Türsprechanlagen haben bereits integrierte Relais-Ausgänge und Alarm-Eingänge, die sich direkt mit KNX-Komponenten verbinden lassen.

Die 3 Integrationsmethoden im Überblick

Es gibt verschiedene Wege, Hikvision mit KNX zu verbinden. Hier die drei gängigsten:

Methode 1: Direkte Kontakt-Kopplung (einfachste Lösung)

Die Hikvision Aussenstation und die Innenmonitore verfügen über potentialfreie Relais-Ausgänge. Diese können direkt mit einer KNX-Tasterschnittstelle (z.B. MDT) verbunden werden. Klingelt jemand an der Tür, schliesst der Relais-Kontakt – und die Tasterschnittstelle meldet das als Telegramm auf den KNX-Bus. Einfach, zuverlässig und ohne Programmieraufwand auf der Hikvision-Seite.

Methode 2: Über Alarm-Ein-/Ausgänge

Die Hikvision Türsprechanlagen bieten Alarm-In- und Alarm-Out-Anschlüsse. Damit könnt ihr z.B. einen KNX-Schaltaktor nutzen, um den Türöffner via KNX zu steuern. Umgekehrt kann ein Alarm-Ausgang der Türstation einen KNX-Eingang triggern.

Methode 3: Netzwerk-Integration über ISAPI / SIP

Für fortgeschrittene Setups: Hikvision Türsprechanlagen unterstützen das ISAPI-Protokoll und SIP. Über ein KNX-IP-Gateway mit Logik-Funktionen (oder einen separaten Server) können Netzwerk-Events der Türsprechanlage ausgewertet und in KNX-Telegramme umgewandelt werden. Diese Methode ist die flexibelste, erfordert aber mehr Know-how.

Unser Testaufbau: Diese Komponenten verwenden wir

Für unseren Firmen-Testaufbau haben wir folgende KNX-Komponenten gewählt – alle von MDT, einem bewährten deutschen KNX-Hersteller:

Komponente Modell Funktion Preis (CHF)
Busspannungsversorgung MDT STV-0640.02 Versorgt den KNX-Bus mit Spannung – das Herzstück jeder KNX-Installation 168.–
IP Interface MDT SCN-IP000.03 Verbindet den KNX-Bus mit dem Netzwerk – ermöglicht Programmierung via ETS und IP-Kommunikation 199.–
Schaltaktor MDT Schaltaktor Schaltet den Türöffner oder andere Verbraucher per KNX-Telegramm 136.–
Tasterschnittstelle MDT Tasterschnittstelle Empfängt das Signal vom Hikvision-Relais und sendet es als KNX-Telegramm auf den Bus 65.–
KNX Taster MDT Taster Physischer Taster zum Türöffnen, Licht schalten etc. – direkt am KNX-Bus 109.–
KNX Busleitung Hager TG018 (100m) Die grüne KNX-Busleitung – verbindet alle KNX-Geräte untereinander 118.–
Gesamtkosten KNX-Testaufbau ca. 795.–

Hinweis: Die Hikvision Türsprechanlage selbst ist in diesen Kosten nicht enthalten. Unsere Sets findet ihr in unserem Shop für 1-Familienhaus Türsprechanlagen.

So sieht die Verkabelung aus

Die grundlegende Verdrahtung ist unkompliziert:

  1. KNX-Bus aufbauen: Busspannungsversorgung, IP Interface, Schaltaktor, Tasterschnittstelle und Taster werden über die grüne KNX-Busleitung (Hager TG018) miteinander verbunden.
  2. Hikvision Relais → Tasterschnittstelle: Der Relais-Ausgang der Hikvision Aussenstation (Klingelsignal) wird mit einem Eingang der MDT Tasterschnittstelle verdrahtet. So wird jeder Klingeldruck als KNX-Telegramm erkannt.
  3. Schaltaktor → Türöffner: Der MDT Schaltaktor steuert den elektrischen Türöffner. Über den KNX-Taster oder eine Automation kann der Türöffner betätigt werden.
  4. Programmierung via ETS: Über das MDT IP Interface und die ETS-Software werden die Gruppenadressen zugewiesen und die Logik definiert.

Für wen ist das interessant?

Diese Integration eignet sich besonders für:

  • Smart-Home-Besitzer mit bestehendem KNX-System, die eine moderne IP-Türsprechanlage nachrüsten möchten
  • Elektriker und Systemintegratoren, die ihren Kunden eine vollständige Gebäudeautomation anbieten wollen
  • Neubauten, bei denen von Anfang an KNX und Video-Türkommunikation geplant wird

Unser Fazit

Die Integration von Hikvision Türsprechanlagen in ein KNX Smart Home ist nicht nur möglich, sondern auch praxistauglich und bezahlbar. Mit einem KNX-Grundaufbau ab ca. CHF 795.– und einer unserer Hikvision Türsprechanlagen habt ihr ein leistungsstarkes System, das Sicherheit und Komfort vereint.

Wir bauen diesen Testaufbau gerade bei uns in der Firma auf und werden euch in kommenden Beiträgen die Details zur Verkabelung, ETS-Programmierung und die Ergebnisse unserer Tests zeigen.

Habt ihr Fragen zur KNX-Integration oder braucht ihr Beratung? Kontaktiert uns – wir helfen euch gerne weiter!

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